Donnerstag, 6. September 2012

arbeitsessen 9 soho club view / die bewegung am scheide weg /



Mitte September, als schon zu spüren war, dass der Sommer bald vorbei sein wird haben sich  der innere Kreis und als Ehrengast der aus der schweiz stammende Kulturscout Peter Weissli im soho club versammelt. Den Zugang verdankten sie dem Heilmann, der sich, wie er erklärte aus steuerpolitischen gründen heraus eine clubkarte gekauft hatte – „kann ich voll absetzen“ so der heilmann. Natürlich glaubte ihm das keiner, aber weil alle so froh waren endlich  der eintönigkeit und der gleichförmigkeit des inneren Bezirkes entfliehen zu können hatte niemand die Absicht und den Mut diesen schwachen witz zu kommentieren.

Unten am Empfang war alles wie immer. Very Cosy, nach oben ging es mit dem arty zerkratzten Fahrstuhl, im club bereich besahen sich der innere Kries und weissli die dort ausgestellten arbeiten, das interieur, den offenen kamin, das neo bürgerliche samt der sofas-.  So dann gingen sie die Treppe hoch auf die Dachterasse und setzten sich unter einen der Sonnenschirme. Alle bestellten steaks mit french fries Die vorherrschende Sprache war das englische - Brockdorf sagte : it is so good that we can order with out using the nazitongue –

Andreas Hannibal Heilmann verdrehte die Augen  - Daniel weissli, der ein irres sweat shirt trug,  auf dem ein stilisiertes reh vor einer ins lila / roseefarbenen psychodelisch verfremdeten Matterhornformation sass  (unterschrift: get your kitz in sankt moritz) meinte ––  "mir fällt das schriftdeutsche auch oft schwerer als das englische , aber vielleicht darf ich euch dennoch bitten im deutschen zu verbleiben, mir tut die übung nur  gut“

Hier auf dem dach des hauses, das einmal die Zentrale der sozialistischen einheitspartei beherbergt hatt, wurde der  blick auf die Stadt  von einer um den oberen rand der terasse laufenden glassfläche gefiltert und gelenkt. weissli bemerkte , die Terasse koennte ueberall sein, er fühle sich hier erstmalig angekommen, ein zustand den er sonst nur erlebe, wenn er sich eine der grossen hbo Qualitätserien über mehrere staffeln hinweg reingezogen hat.

verena becker pflichtete ihm bei – „als ob wir ein schwarm exotischer Seiden Drachen in einem  terrarium sind.– und ich weiss schon man darfs eigentlich nicht mehr sagen, aber der Pool im Soho House ist fantastisch! wie wunderschön diese tiefgründige osszilation der hellgrünen fliesen ist, selten habe ich Kacheln von so einem inneren Reichtum an Bewegung und Schattierung gesehen  – wenn ich nun alleine wäre, ich würde mich meiner kleider entledigen und kopfüber in das Wasser eintauchen."

Der weissli, der brockdorf  und der heilmann sahen sich kurz an – Darauf erklärte Heilmann, dass diese Kacheln Handarbeit seien und aus einem betrieb in velten, einem kleinen Ort im Norden Berlins  stammten. dieser betrieb sei der letzte seiner art. Die glasierung führt in dem zwei mann betrieb bestehend aus  meister  und sohn der sohn  aus, aufgrund einer geistigen minderbegabung –  die folge eines Schlages – sei er sonst zu nichts zu gebrauchen. Alles was ihm gelingt ist dieses.

Heilmann berichtete, dass er jetzt jeden tag in der Vorbereitung für das Projekt in Kalifonien morgens nach velten razusfährt. Auf der langen bahnfahrt liest er immer  heiner mueller. etwa den mauser, die masnahme, den traktoristen, die hamlet maschine etc. 

Der Meister draussen in velten ist auch nur aufgrund dieser gemeinsamen verehrung für Mueller bereit, den heilmann überhaupt zu unterstützen. Der Meister habe den Müller noch gekannt - und dem Heilmann folgendes anvertraut und ihm darum gebeten es weiterzutragen:

„weist du auch warum der mueller verreckt is?“ habe ihn der meister gefragt und sich und ihm sofort die Antwort gegeben  – „weil ihm die ganzen Schleimer im Dezember zum geburtstag um den hals gefallen sind und ihm die bazillen und die Viren reingeschoben haben – am ende ist er an Lungenentzündung und nicht am Tumor gestorben. , den Tumor haben ihm die in Santa Barbara schon längts rausgestrahlt, Deshalb sage ich immer dsa eine: Lade keine Freunde ein wenn du Geburtstag hast – der einzige verlass ist Verwandtschaft, denn deren Viren kennt dein Körper.“

Heilmann berichtete ferner von einem traum fetzen der ihm gekommen war, als er morgens zur arbeit nach velten gefahren ist .

Er hatte gerade wieder ein buch von mueller in der hand und schlief ein . kaum im Traum angekommen starb er. Als er tot war begann er sich grosse sorgen um seinen facebook account zu machen. Und er träumte wie er sich als Toter seine seele entleert habe und diese schliesslich durch die die steckdose hindurch in das internet hochgeladen habe. Die seele habe im Netz nach seinem account gesucht und ihn schliesslich gefunden und er habe sich von oben wie ein Geist über facebook gehängt - er sah wie eine freundschaftsanfrage nach der anderen reinkommt und er aber nichts mehr machen kann. Wie er total frustriert war und wie er dachte wie tragisch das ist, weil er doch als seele auch nichts anderes als information wäre und er sich daher eigentlich von unten also vom source code her der anfrage hätte annehmen koennen, ganz ohne user Interface eben, aber wie das dann doch nicht gegangen ist und wie traurig er war , dass sich von nun an die anzahl seiner Freunde nicht mehr vermehren wird.

 Verena becker bemerkte – „die seele, die hat doch nichts mit informationen zu tun, sie ist viel mehr das innere, ein dazwischen, so was wie das vaccum in einer nussschale – je nach sichtwiese entweder komplett materiell oder eben spirituell – aber sie hat nichts mit informationen zu tun.“ Der Brockdorf bestätigte das „ alle neuen theorien der KI gehen vom embodiment aus, die seele ist also ein zustand der köprelichen aktion, nichts informationales – chardin haette auch vom omega bezug der materie gesprochen - Was mich so wundert warum da eigentlich facebook aufgetaucht ist, wo du doch ein facebook gegner bist?   

Daniel weissli sagte: „ Ich weiss nicht ob es in Heilmanns Traum um die fragen ging, die ihr stellt . ich fand es sehr interessant zu erfahren wie sich der Tod anderen gegenüber offenbart - -  Ich persönlich etwa habe in einem meiner Träume den Tod als einen langen mittagsschlaf auf einer sonnigen bergwiese erleben dürfen.“



Verena Becker, die an dem abend wiedermal supersexy und stylie angezogen war sagte “lasst uns das thema wechseln. Vielleicht sprechen wir lieber über die die schweiz und die schweizer– „Dich“ – und dabei bezog sie sich auf den weissli, und nicht auf den brockdorf und nicht auf den heilmann  „Dich“ also sagte sie, „mögen die Mädchen hier bestimmt – endlich mal ein mann der nach duftwasser, seife und altem Geld riecht.“

Weissli meinte daraufhin er fühle sich natürlich sehr gut und sehr wohl in berlin. Die mehrzahl der frauen seien auch tatsächlich ganz sensationell,  viel umfassender, gescheiter und zugänglicher als in  seiner schweizer heimat. Wie aber vieles hier so ander sei.

 In der schweiz, sei so sagte der, weissli "die party ganz anders. Sie ist  so wie die grossen berglandschaften,  beginnt anständig im tal , dann trinken alle, schliesslich flippen alle  aus die party hat den gipfel erreicht,  dann geht es bergab und alle machen dann sachen die sie sonst nicht machen würden , beschimpfen und beschmutzen sich . am nächsten tag will dann niemand mehr was davon wissen. hingegen hier ist es viel gleichmaesiger  – epic ist das hier “ so weissli „ wenn das ganze Haus sich im Rhythmus bewegt, die Beine, die Arme, die Kleidung, die Zigaretten, das Vodkaglas, die Mauern, die Kleiderständer, die Rauchwolken… alles vibriert, alles pulsiert, alles durchblutet sich gegenseitig oder sich selbst, ob mit oder ohne Musik, all night long –  ohne anfang und ende -  das ist viel flacher, fortschrittlicher, leassieger und zukünftiger  -.In seinem heimatland der schweiz so weissli und insbesondere in seiner kantonalen echten heimat dem engadin bezeichnet man aber die weite der ebene, das flache land ohne berge eben schlicht auch als die depression. Und er wisse noch nicht wie man in dieser depression die Liebe entdecken kann.“

Das wollte keiner kommentieren .Vor allem Heillmann nicht, denn er war kurz vor dem abflug nach LA - man merkte ihm an, dass er sich  im geiste auf diese entfernung eingestellt hatte, was nicht hiess das ihn die dinge berlins und die angelegenheiten der bewegung nichts mehr angingen, aber er berührte sie schon aus einer ganz anderen perpektive und entfernung heaus .

Angestrengt überlegten sie eine weile, was sie als nächstes machen sollten. Alle ideen waren noch rudimentär, etwa eine synchrone art event sache oder bilder in der u bahn – aber nichts war so stark, dass sie es weiterverfolgen  wollten.

Der Weissli wusste leider gar nichts beizutragen.

heillmann sagte dann, dass sich die bewegung schwarzer  grund jetzt am scheideweg befindet- entweder muss sie aufs ganze gehen und sich in eine richtige sache verwandeln, also mit website, klarer ansage und kontur, oder sie wird so ein verschrobenes in sich verschlossenes knäuel werden, so was wie eine ein stefan george kreis, etwas verzwirbeltes in sich gekehrtes sinnloses.-

Die letzte Veranstaltung, „die aufgabe des Menschen“ hatte nach Heilmanns einschätzung zu viel unnötiges unwichtiges beiwerk gehabt. – "Sugar on the cake" nannte er es- . der einladungstext, die prozession, die Tänzerin, das alles sei überfluessig gewesen,  Dies habe die kunst und den mit ihr verbundenen richtigen und klaren anspurch verschleiert und behindert.

Brockdorf der immer noch vom event innerlich begeistert war,– fast sollte man sagen berauscht- meinte: „ er könne sich da gar nichts drunter vorstellen, er habe vielmehr den verdacht, dass die forderung nach dieser sogenannte kontur und ernsthaftigkeit nur eine schlichte sehnsucht nach den standards des Kulturbetreibes und des Marktes seien. – brockdorf sagte, er sei überzeugt und wisse das ganz tief und ganz genau, dass eine programmatische ausformulierung und kategorisierung der bewegung, so ne art mission statmentzeugs  nicht im sinne der bewegung sei und wenn es denn geschähe auch dazu führen wird das letztlich alles verloren gehen muss. Weil es ja gerade in der bewegung schwarzer grund um die Ausrichtung auf den leeren Punkt, das offene gehe. Es geht doch um das Nichts, so brockdorf „das Omega, in dem alles mit allem komplett spiegelsymetrisch ist. Und dass es dadurch auch gar keiner sprachlichen Trennungen wie etwa in der Logik zwischen Objekt und Metasprache bedarf oder wie in der sogennaten Kunst zwischen Kunst und Kirtik, sondern es alleinig um die reine in sich verschlungenen einheit des Aktionskörpers geht, den Tatzeitpunkt, das Ereignis, das grosse Jetzt. Ihm selbst – und damit bezog sich der Brockdorf eben weiter auf sich,  ihm selbst sei das ganze museale des Kunsbetriebes total zuwider und er fände es ekelig sich vorstellen zu muessen an so einer toten sammlung beteiligt zu sein zu muessen– letztlich geht es auch gar nicht um sowas wie kunst – die kunst die wir heute sehen muessen so der  brockdrorf sei doch am ende ein reiner Napoleonschmarrn. Erst der napoleon habe doch das musueum und die ganzen Folgen davon entwickelt, weil er eine rechtfertigung der bodenlosigkeit seiner Macht gebraucht habe- da habe er eben die Kunst erfunden. Dass wir heute das, was die Griechen oder die Kelten oder der Otto Mühl geschaffen haben immer noch so leger als kunst bezeichenn wäre doch nur resultat unserer semantischen armut bzw. ausdruck unserer aggressiven Glechmacherei – Ihm, so sagte es Brockdorf,  und dabei bezog er sich auf sich selbts - ihm gehe es doch letztlich auch nicht um diese schäbige  Kunst – sondern um etwas tieferes -  Gerne koennen sie das in zukunft mit einem Substanz begriff belegen und etwa vom Gold, von den Drogen oder vom Fleisch sprechen bzw. auch einfach nur  SCHEISSE sagen “


 Verena Becker sah ihn an und meinte, das sie sich bemueht hat zuzuhören und das waere alles irgendwo interessant gewesen was er da gesagt habe, und sie hätte sich auch ein paar Notizen gemacht, - aber ihr fehle  jeglicher Bezug zu dem was der Heilmann vorgetragen hat. Das was der  Heilmanns gesagt hat so becker „ sind berechtigte und notwendige aussagen gewesen, diese vorzubringen ist mit den statuten der bewegung voll und ganz vereinbar“

Der Brockdorf nickte erschöpft. Andreas Hannibell Heilmann legte ihm die hand auf die schulter und sagte“ In der Stunde vor dem Sonnenaufgang ist die Nacht am schwärzesten - Hier fällt uns eh nichts mehr ein. Lass uns gehen“

Sonntag, 5. August 2012

aktion II "die Aufgabe des Menschen" verbrennung / climax




Der Aufbau der Installationen am Teufelsberg erfolgte reibungslos. Andreas (Hannibal) Heilmann und Sebastian Brockdorf waren nach dem Einkauf, Transport und dem Testaufbau mit den Werkzeugen und den Materialien vertraut . Mit leichter Hand errichteten sie auf dem ausgewählten Platz drei , jeweils zwei meter hohen buche balken. Mit einem akkuschrauber befestigten sie das Stand Holz.














Dann arretierten sie die in Brennspiritus getränkten kunstwerke und alles war bereit zur Verbrennung. Jens Buback übernahm die Feuerwache.

gegen 9 Uhr abends starteten wir am Parkplatz . leider fehlten die allermeisten Teilnehmer. Brockdorf wartete noch 15 Minuten auf Nachzügler .Weder die wissenschaftliche Leitung noch die Rechtsberaterin konnten kommen, Verena Becker war aufgrund aktueller Themen dringend nach Bayreuth gerufen worden, und Alina Cho Abelton war in Genf unabkömmlich.

Schließlich setzten wir uns in Bewegung. Uns voran ging die Puschkinowa, vor ihr Manuel Brentano der das Ereignis mit der Kamera festhielt. die Puschkinowa sang ein aus der antike stammendes, dem Apollo gewidmetes Lied einen sogenannten paain. Sie begleitet sich auf einer schildkrötenpanzer Lyra.

Keiner von uns Teilnehmern wusste so ganz, warum wir hier waren und was wir genau taten und daher fielen unsere Blicke ratlos auf die umgebende Natur und obwohl oder weil wir so wenige waren stärkte uns der Gesang, die gemeinsame Bewegung, und die schlichte Anwesenheit der anderen. So gingen wir die beiden Serpentinen des Weges nach oben. Manche gaben sich die Hand, wie Zhang Zeo und Karl Brauchitsch (im schneeweisen Anzug von Herr von Eden), die beiden Japaner Aiko Osaka und Tsunetami Aida hielten die Hände auf dem Rücken verschränkt, die aus Dresden angereiste Andrea Tiger (mit weisser Gucci Sonnenbrille) folgte und das Schlusslicht bildeten Tamara Krenz und Alexander von Altenbockum (in einer hell beigen strickjacke von Wölfen)















als wir oben am Plateau ankamen, waren wir erstaunt, dass sich bereits eine ganze Menge an leuten eingefunden hatte und so mischten wir uns mit den Fremden.

Brockdorf hielt sein smartphone nach oben und erläuterte zweck und ablauf der aktion., die Aufforderung zum filmen war ganz unnötig- denn die meisten der anwesenden waren pure natives , ganz und gar digital, die natürliche art ihrer Wahrnehmung bestand darin, dass sie ihr smartphone wie ein drittes auge gebrauchten - niemand von ihnen hätte so eine erfahrung nur für sich alleine beansprucht, alle haben es aufgezeichnet, weitergeleitet, gepostet, getauscht.

Die Tänzerin Katari begann mit der Verbrennung. Katari gelang es trotz der Herausforderungen der Anhöhe und des Windes nach mehreren Bemühungen die Arbeiten zu entzünden. Ihre Bewegungen waren gleitend, elegant und sparsam, ihr Gestus heroisch konzentriert. Zum Abschluss legte sie den Kopf in den Nacken und richtete ihren Blick auf die leere Weite des Himmels.

Jede der Arbeiten verbrannte in dem ihr eigenem tempo: als erstes die Miniatur der sonnenbox von Tatsuya Higuchi sie flammte kurz und hell auf .













Dann das Kunstkleid von Joulia Strauss , es bäumte sich in hochschlagenden flammen, wie der leib des schuldigen im autodafe.













als drittes die Leinwand von Dennis Rudolph. wider Erwarten erwies sich das Bild als besonders widerständig, der Künstler selbst musste eigenhändig mehrere Male spiritus dazugeben um die Flammen erneut zu entzünden.














http://www.youtube.com/watch?v=iK9Pocq7NXo&feature=player_detailpage

im Gegensatz zu den zurückliegenden aktionen waren wir völlig gegenwärtig und ganz bei der Sache – vielleicht auch weil das Element mit dem wir hantierten von ursprünglicher Gefahr war. Wir die Mitglieder der Sammlung und Bewegung am schwarzen Grund waren im Aufmerksamkeitsmodus des Arbeiters angekommen -wir waren ganz eins mit der tätigkeit und im fluss der aktion. kein darüberhinus , kein daneben. Dieser flow schien einigen ein erster schatten der singularität zu sein.

irgendjemand hatte auch zwischendurch das Gerücht gestreut, dass die polizei patroulie fährt und in der regel innerhalb von 25 minuten erscheint . daher bauten wir nach Abschluss der Aktion alles ohne verzug ab, wir verteilten die drei balken, das kleine holz, sammelten die asche ein und begannen mit dem abstieg über die treppen.

Joseph Ascott (wie immer einen original bardolini hut auf dem kopf) interviewte die puschkinowa. Sie sagte: „ich habe kein Mitleid mit dem Verbrennen meiner kunst. es war ein clearing, übrig bleibt die Spur im Gedächtnis die mir, so wie ein Leuchtspurgeschoß, das Nachts ein großes Manöverfeld erhellt zeigt, wie offen das Gelände nach allen Seiten hin ist.“

anschließend sind einige noch in die Schnapsbrennerei leydicke gegangen, der Joseph Ascott erhob sein Glass und gab einen Tost auf das Ende der analogen Kunst und den beginn der digitalen. Obwohl das offensichtlich nicht die Sache war um die es ging prosteten wir ihm alle zu.

so standen wir zwischen dem Tresen und der Holzwand - wie im schützengraben vor dem nächsten angriff.

Andreas (hanniball) heilmann hatte klaus schulze aufgelegt, eine musik die der gastwirt Raymund ablehnte, für Raymund war das „future scheisse“. Brockdorf sagte „yes future , but from yesterday-. future has gone. its onyl NOW left“. raymund erwiderte: „oh mann - No future and england is screaming - alter - das ist alles so lange vergangen wie mein laden hier“.

Nachdem sie noch von den Speisen gegessen hatten und nachdem sie getrunken hatten gingen alle bald nach hause. Die puschkinowa wurde von karl brauchitsch in dessen Mercedes SL 350 gefahren, der Brockdorf fuhr mit Manuel Brentanos rechtslenkendem Jaguar / Daimler xj 40.




Donnerstag, 12. Juli 2012

arbeitsessen 8 / ankündigung höllentor / erstmals big data




Manuel Brenatano übernahm mit seinem schwarzen Jaguar / Daimler xj 40 den Transport von Andreas (Hannibal) Heilmann und Sebastian Brockdorf. Ziel der Ausfahrt war es, die geeignete Location zur Verbrennung der 3 (auratischen) Arbeiten im Rahmen der Aktion „Die Aufgabe des Menschen“ zu identifizieren. Brentano fuhr die langestreckte Limousine untertourig, und lenkte sie, weil es sich um einen Rechtslenker handelte mit dem Understatement und der Rücksicht eines alternden Liebhabers. Es ging heraus aus dem innere Karre , vorbei am Heldenbezirk, von da aus weiter über den kreisel und dann hoch auf die Anhöhe der Heerstraße und endlich nach links zum Teufelsberg. Als sie schließlich zu Fuß oben angekommen waren, bemerkten sie dort eine spezielle Flora. die Blumen blühten in einem metallisch schimmernden Hyazinth, die Graesser hatte einen Stich ins Blaue. Heilmann erläuterte, dass diese Pflanzen in diesen Farben nur hier wachsen und dass der Schutt des Weltkrieges ihnen als Nahrung dient.


Sie orientierten sich und waren sich schnell einig, welcher Platz für die Aktion passend ist. Nachdem sie ihren Auftrag erfüllt hatten, blickten sie auf das entfernte Berlin und betrachteten die untergehende Sonne.







Dann fuhren sie zurück in die Stadt. Sie entschieden sich beim maitre einzukehren- zu ihrer freude war die in letzter Zeit sonst seltener gewordene Charlotte Corday anwesend. Charlotte musste ihren in Frankreich verlegten berlin krimi im Oktober fertigbekommen und hatte daher mehr als genug mit den Schreibarbeiten zu tun, daher konnte sie beim Maitre nur mehr sporadisch aushelfen und um so mehr freuten sie sich dass sie da war. Alle bestellten das Tatar a la bardeau .

Manuel Brentano erwähnte in dem Zusammenhang die schriftstellerische Last, die auf seinen Schultern lag. Sein Fachbuch wurde bereits auf amazon zum Verkauf angeboten, obwohl noch keine Zeile geschrieben war. Er werde wohl wieder Ghostwriter bemühen muessen stöhnte er.

Im folgenden sprachen sie über die N 400 – Los Angeles, physische präsenz beim Meeting, IT,  Daten, und die zukunft des menschen-

der brenatono erläuterte, dass durch bereits jetzt verfügbaren prozesse des umgangs mit Daten.
Etwa durch das was jüngst mit dem -seiner Ansicht nach völlig hirnrissigen-  buzz word BIG DATA gehypt wird: den prinzipien Varitey, Volume und Velocity,  also das selbst mit diesen im Grunde ja noch primitiven Verfahren der Mensch nicht nur als planendes und ordnendes element in frage gestellt wird sondern darüber hinaus auch als schöpferisches, kreatives Subjekt zunehmend ersetzbar wird, weil diese neuen Paradigmen, so brentano, nicht mehr wie die Daten Prozesse der Vergangenheit, durchsichtig, sorgfältig und umfassend sondern vergesslich, ignorant, leichtfertig und launisch-seien. Big Data machen aus dem Rechner - so sagte es schließlich brentano „ein Wesen so wie ich es bin :  halb Mensch halb hesse“.

der brentano gab noch weitere Hessen Witze zum besten. (etwa: eine hessische Familie schickt ihren erstgeborenen Sohn nach Hannover auf die schule damit er dort endlich ein gutes hochdeutsch erlernt - als sie dann nach einem Jahr in die schule gehen um zu überprüfen ob er auch das gute deutsch spricht - bemerken sie dass die gesamte Schulklasse hessisch spricht)

Danach begann der Heilmann sein neues Projekt zu erläutern.
Brentano und Brockdorf begriffen zum ersten mal um was es eigentlich ging. Und sofort war beiden die Dimension und die Tragweite  klar: es handelte sich um etwas das wirkliche Groesse hatte. beide versicherten dem Heilmann ihre vollumfängliche Unterstützung.

Nachdem sie die hervorragenden speisen gegessen hatten, verabschiedeten sich von charlotte corday. Der Maitre war an dem Abend gar nicht zu sehen gewesen, kurz überlegten sie noch ob sie ins Bermuda Dreieck abtauchen sollten, aber weil es ein Wochentag war entschieden sie sich nach hause zu fahren.

Dienstag, 3. Juli 2012

arbeitsessen 7



Leider erwiesen sich die Bemühungen von Verena Becker Side Business im Sektor Immobilien zu generieren als nicht erfolgreich– der Kontakt zu den Israelis aus dem Atlantik hatte sich als Strohfeuer und Sackgase erwiesen –zum Glück hatte Andreas (Hannibal ) Heilmann gut verkauft und er lud daher den inneren Kreis, die russische Kuratorin Andropowa und die puschkinowa in die Paris bar zum Abendessen ein.

gegen acht Uhr erreichten sie die Paris bar in der kantstrasse. Sie setzten sich an den Tisch am Fenster - leider waren das Personal der Paris bar und die Mitglieder des inneren Kreises wesenhaft inkompatibel , der innere Kreis war auf Zartheit, Achtsamkeit und Echtheit gepolt, die Kellner und Gäste hingegen auf coolness, ruppigkeit und Ironie. Zusätzlich  wurde die Konzentration durch die visuell fette und semantisch über codierten atmo und die starke Präsenz anderer Gäste gestört. am Nebentisch verzehrte die Playboy legende Rolf Eden unglücklich und unterbrochen von gelegentlichem Husten einen kleinen Salatteller,. Unterhalb der Arbeit von Dieter roth sass der spinger chef Dr Matthias Döpfner an  einem Tisch mit ganz jungen Leuten. Es sagte zu diesen Sachen wie „ihr werdet euch noch Respekt verdienen" und "ich glaube einfach nicht dass es irgendwann so sein wird, dass sich die Menschen etwas wuenschen bei dem sie " und weil ihm an der Stelle die Worte ausgingen, deutete er mit den Händen in die Luft, als wenn man ein pad bedient. " also dass dieses postmoderne dekonstruktive wichtig werden wird - das hat keine bedeuteung. es geht immer um geschichte und geschichten  also um sex, macht und dann noch ein bisschen was regionales." "Media Impact wird mit prio angegangen!“.

Nachdem die Mitgleider der Bewegung und die Gäste bestellt hatten und das essen aufgetragen wurde, lobte die puschkinow wiederholt das entrecote und die Pommes. sie sagte „das ist großartig , dass man hier so amerikanisch schlecht essen kann und dabei gleichzeitig ein gutes Gewissen behält"

die Andropowa war den Abend über, ähnlich wie die pusckinowa im aktions und widerstands modus. sie richtete die dinge, über die sie sprach schnell und gründlich. man merkte der puschkinowa und der Andropowa an, dass sie die Kraft und die Geschwindigkeit echter aktivistinnen in sich trugen.-  die Andropowa erläuterte den mitgliedern des inneren Kreises die Grundlagen der modernen Aktionkunst anhand der vorbildlichen pussy riots: -„pussy riots“ sagte sie „haben sich als das ultimative Kunstwerk der gegenwart offenbart – pussy riot hat die grenzen aus Politik, Ästhetik und Marketing überwunden und neu definiert“- „kunst ist media und media ist Kunst.das ist media impact.“ diese Analyse wurde so auch von der puschkinowa geteilt. die pusckinowa erklärte noch die Notwendigkeit der Pseudonyme, das horizontale prinzip und viele andere sachen, die im direkten aktivisten alltag wichtig sind .

die mitglieder der sammlung und bewegung am schwarzen grund konnten nicht ganz folgen und sie fühlten sie sich angesichts der beiden echten aktivistinnen irgendwo ohnmächtig, ausgeschlossen und unwirklich . die pusckinowa spürte das sofort und sagte:

„keine angst ich bin nicht nur aktionistin ich bin alles in einem - wie ISIS & Kali , ich bin auf Rechtsschreibung genauso bedacht wie auf die richtige Musik und den unschuldigen Blick"
 - die puschkinowa berichtete auch noch zur Überraschung aller, dass sie in Wirklichkeit gar keine Russin war !

Andreas (Hanniball) Heillmann zitierte Ezra Pound : " Noch keiner hat gewagt dies auszusprechen: / Doch weiß ich wiedie Seelen aller Großen / Zuweilen durch uns ziehen, / Und in ihnen aufgehn und nicht sind, / Nichts sind als ihrer SeelenWiderschein."





Weil sie schließlich gar nicht mehr wussten über was sie reden sollten und weil ihnen allen auch sonst nichts einfiel zettelte Sebastian Brockdorf mit der Andropowa eine muesige Grundsatzdiskussion über die langfristigen Auswirkungen der sowjetrevolution an. dieses gespräch musste zwingend ins absolute nirgendwo nirgends hin führen , insbesondere  weil der Brockdorf die Verdienste der Sowjet Revolution dabei gänzlich in frage gestellt hatte.

verena becker intervenierte und brachte das Gespräch wieder auf ein kuratorisches level. becker kommentierte abschließend die berlin berlinale - : "ganz unabhängig davon, wie man im Endeffekt zur occupy Bewegung in den kunstwerken steht. ein Schwachpunkt des konzeptes lag in seiner fehlenden Stringenz . ein kurator, der aus der kunst heraus - also intrinsisch logisch entscheidet muss das Konzept wählen, das die groesste schluessigkeit aufweist. die vermengung von echter kunst mit occupy kunst ist hier unzulässig. die kuratoren waren hier mutlos, sie haben sich vor entscheidungen gedrückt und damit schwächen offenbart"

diese analyse wurde vollständig von allen geteilt. damit waren die themen abgeschlossen. alle seiten versichteren sich ihrer solidarität –

verena becker begann in der Juli ausgabe der Vogue zu blättern, und wie immer, wenn sie von ihrer verpflichtung und begeisterung für die Kunst suspendiert war konnte sie sich sogar noch sinnlicher und direkter auf bilder einlassen, so wie manchmal die lust noch wachsen kann wenn sie von der liebe gelöst wird - Verena becker sagte: "ach - ich weiss es wirklich nicht , es mag daran liegen, dass ich meinen bruder schon lange nicht mehr gesehen habe. oder an irgendwas anderem . aber ich finde die Dolce & Gabbana kampagne einfach nur großartig. - es wird in mir das Gefühl wach gerufen, dass ich mir den Herbst nun ernsthaft herbei wünsche."