Donnerstag, 12. Juli 2012

arbeitsessen 8 / ankündigung höllentor / erstmals big data




Manuel Brenatano übernahm mit seinem schwarzen Jaguar / Daimler xj 40 den Transport von Andreas (Hannibal) Heilmann und Sebastian Brockdorf. Ziel der Ausfahrt war es, die geeignete Location zur Verbrennung der 3 (auratischen) Arbeiten im Rahmen der Aktion „Die Aufgabe des Menschen“ zu identifizieren. Brentano fuhr die langestreckte Limousine untertourig, und lenkte sie, weil es sich um einen Rechtslenker handelte mit dem Understatement und der Rücksicht eines alternden Liebhabers. Es ging heraus aus dem innere Karre , vorbei am Heldenbezirk, von da aus weiter über den kreisel und dann hoch auf die Anhöhe der Heerstraße und endlich nach links zum Teufelsberg. Als sie schließlich zu Fuß oben angekommen waren, bemerkten sie dort eine spezielle Flora. die Blumen blühten in einem metallisch schimmernden Hyazinth, die Graesser hatte einen Stich ins Blaue. Heilmann erläuterte, dass diese Pflanzen in diesen Farben nur hier wachsen und dass der Schutt des Weltkrieges ihnen als Nahrung dient.


Sie orientierten sich und waren sich schnell einig, welcher Platz für die Aktion passend ist. Nachdem sie ihren Auftrag erfüllt hatten, blickten sie auf das entfernte Berlin und betrachteten die untergehende Sonne.







Dann fuhren sie zurück in die Stadt. Sie entschieden sich beim maitre einzukehren- zu ihrer freude war die in letzter Zeit sonst seltener gewordene Charlotte Corday anwesend. Charlotte musste ihren in Frankreich verlegten berlin krimi im Oktober fertigbekommen und hatte daher mehr als genug mit den Schreibarbeiten zu tun, daher konnte sie beim Maitre nur mehr sporadisch aushelfen und um so mehr freuten sie sich dass sie da war. Alle bestellten das Tatar a la bardeau .

Manuel Brentano erwähnte in dem Zusammenhang die schriftstellerische Last, die auf seinen Schultern lag. Sein Fachbuch wurde bereits auf amazon zum Verkauf angeboten, obwohl noch keine Zeile geschrieben war. Er werde wohl wieder Ghostwriter bemühen muessen stöhnte er.

Im folgenden sprachen sie über die N 400 – Los Angeles, physische präsenz beim Meeting, IT,  Daten, und die zukunft des menschen-

der brenatono erläuterte, dass durch bereits jetzt verfügbaren prozesse des umgangs mit Daten.
Etwa durch das was jüngst mit dem -seiner Ansicht nach völlig hirnrissigen-  buzz word BIG DATA gehypt wird: den prinzipien Varitey, Volume und Velocity,  also das selbst mit diesen im Grunde ja noch primitiven Verfahren der Mensch nicht nur als planendes und ordnendes element in frage gestellt wird sondern darüber hinaus auch als schöpferisches, kreatives Subjekt zunehmend ersetzbar wird, weil diese neuen Paradigmen, so brentano, nicht mehr wie die Daten Prozesse der Vergangenheit, durchsichtig, sorgfältig und umfassend sondern vergesslich, ignorant, leichtfertig und launisch-seien. Big Data machen aus dem Rechner - so sagte es schließlich brentano „ein Wesen so wie ich es bin :  halb Mensch halb hesse“.

der brentano gab noch weitere Hessen Witze zum besten. (etwa: eine hessische Familie schickt ihren erstgeborenen Sohn nach Hannover auf die schule damit er dort endlich ein gutes hochdeutsch erlernt - als sie dann nach einem Jahr in die schule gehen um zu überprüfen ob er auch das gute deutsch spricht - bemerken sie dass die gesamte Schulklasse hessisch spricht)

Danach begann der Heilmann sein neues Projekt zu erläutern.
Brentano und Brockdorf begriffen zum ersten mal um was es eigentlich ging. Und sofort war beiden die Dimension und die Tragweite  klar: es handelte sich um etwas das wirkliche Groesse hatte. beide versicherten dem Heilmann ihre vollumfängliche Unterstützung.

Nachdem sie die hervorragenden speisen gegessen hatten, verabschiedeten sich von charlotte corday. Der Maitre war an dem Abend gar nicht zu sehen gewesen, kurz überlegten sie noch ob sie ins Bermuda Dreieck abtauchen sollten, aber weil es ein Wochentag war entschieden sie sich nach hause zu fahren.

Dienstag, 3. Juli 2012

arbeitsessen 7



Leider erwiesen sich die Bemühungen von Verena Becker Side Business im Sektor Immobilien zu generieren als nicht erfolgreich– der Kontakt zu den Israelis aus dem Atlantik hatte sich als Strohfeuer und Sackgase erwiesen –zum Glück hatte Andreas (Hannibal ) Heilmann gut verkauft und er lud daher den inneren Kreis, die russische Kuratorin Andropowa und die puschkinowa in die Paris bar zum Abendessen ein.

gegen acht Uhr erreichten sie die Paris bar in der kantstrasse. Sie setzten sich an den Tisch am Fenster - leider waren das Personal der Paris bar und die Mitglieder des inneren Kreises wesenhaft inkompatibel , der innere Kreis war auf Zartheit, Achtsamkeit und Echtheit gepolt, die Kellner und Gäste hingegen auf coolness, ruppigkeit und Ironie. Zusätzlich  wurde die Konzentration durch die visuell fette und semantisch über codierten atmo und die starke Präsenz anderer Gäste gestört. am Nebentisch verzehrte die Playboy legende Rolf Eden unglücklich und unterbrochen von gelegentlichem Husten einen kleinen Salatteller,. Unterhalb der Arbeit von Dieter roth sass der spinger chef Dr Matthias Döpfner an  einem Tisch mit ganz jungen Leuten. Es sagte zu diesen Sachen wie „ihr werdet euch noch Respekt verdienen" und "ich glaube einfach nicht dass es irgendwann so sein wird, dass sich die Menschen etwas wuenschen bei dem sie " und weil ihm an der Stelle die Worte ausgingen, deutete er mit den Händen in die Luft, als wenn man ein pad bedient. " also dass dieses postmoderne dekonstruktive wichtig werden wird - das hat keine bedeuteung. es geht immer um geschichte und geschichten  also um sex, macht und dann noch ein bisschen was regionales." "Media Impact wird mit prio angegangen!“.

Nachdem die Mitgleider der Bewegung und die Gäste bestellt hatten und das essen aufgetragen wurde, lobte die puschkinow wiederholt das entrecote und die Pommes. sie sagte „das ist großartig , dass man hier so amerikanisch schlecht essen kann und dabei gleichzeitig ein gutes Gewissen behält"

die Andropowa war den Abend über, ähnlich wie die pusckinowa im aktions und widerstands modus. sie richtete die dinge, über die sie sprach schnell und gründlich. man merkte der puschkinowa und der Andropowa an, dass sie die Kraft und die Geschwindigkeit echter aktivistinnen in sich trugen.-  die Andropowa erläuterte den mitgliedern des inneren Kreises die Grundlagen der modernen Aktionkunst anhand der vorbildlichen pussy riots: -„pussy riots“ sagte sie „haben sich als das ultimative Kunstwerk der gegenwart offenbart – pussy riot hat die grenzen aus Politik, Ästhetik und Marketing überwunden und neu definiert“- „kunst ist media und media ist Kunst.das ist media impact.“ diese Analyse wurde so auch von der puschkinowa geteilt. die pusckinowa erklärte noch die Notwendigkeit der Pseudonyme, das horizontale prinzip und viele andere sachen, die im direkten aktivisten alltag wichtig sind .

die mitglieder der sammlung und bewegung am schwarzen grund konnten nicht ganz folgen und sie fühlten sie sich angesichts der beiden echten aktivistinnen irgendwo ohnmächtig, ausgeschlossen und unwirklich . die pusckinowa spürte das sofort und sagte:

„keine angst ich bin nicht nur aktionistin ich bin alles in einem - wie ISIS & Kali , ich bin auf Rechtsschreibung genauso bedacht wie auf die richtige Musik und den unschuldigen Blick"
 - die puschkinowa berichtete auch noch zur Überraschung aller, dass sie in Wirklichkeit gar keine Russin war !

Andreas (Hanniball) Heillmann zitierte Ezra Pound : " Noch keiner hat gewagt dies auszusprechen: / Doch weiß ich wiedie Seelen aller Großen / Zuweilen durch uns ziehen, / Und in ihnen aufgehn und nicht sind, / Nichts sind als ihrer SeelenWiderschein."





Weil sie schließlich gar nicht mehr wussten über was sie reden sollten und weil ihnen allen auch sonst nichts einfiel zettelte Sebastian Brockdorf mit der Andropowa eine muesige Grundsatzdiskussion über die langfristigen Auswirkungen der sowjetrevolution an. dieses gespräch musste zwingend ins absolute nirgendwo nirgends hin führen , insbesondere  weil der Brockdorf die Verdienste der Sowjet Revolution dabei gänzlich in frage gestellt hatte.

verena becker intervenierte und brachte das Gespräch wieder auf ein kuratorisches level. becker kommentierte abschließend die berlin berlinale - : "ganz unabhängig davon, wie man im Endeffekt zur occupy Bewegung in den kunstwerken steht. ein Schwachpunkt des konzeptes lag in seiner fehlenden Stringenz . ein kurator, der aus der kunst heraus - also intrinsisch logisch entscheidet muss das Konzept wählen, das die groesste schluessigkeit aufweist. die vermengung von echter kunst mit occupy kunst ist hier unzulässig. die kuratoren waren hier mutlos, sie haben sich vor entscheidungen gedrückt und damit schwächen offenbart"

diese analyse wurde vollständig von allen geteilt. damit waren die themen abgeschlossen. alle seiten versichteren sich ihrer solidarität –

verena becker begann in der Juli ausgabe der Vogue zu blättern, und wie immer, wenn sie von ihrer verpflichtung und begeisterung für die Kunst suspendiert war konnte sie sich sogar noch sinnlicher und direkter auf bilder einlassen, so wie manchmal die lust noch wachsen kann wenn sie von der liebe gelöst wird - Verena becker sagte: "ach - ich weiss es wirklich nicht , es mag daran liegen, dass ich meinen bruder schon lange nicht mehr gesehen habe. oder an irgendwas anderem . aber ich finde die Dolce & Gabbana kampagne einfach nur großartig. - es wird in mir das Gefühl wach gerufen, dass ich mir den Herbst nun ernsthaft herbei wünsche."



Sonntag, 1. Juli 2012

arbeitsessen 6






















dadurch dass sich die Einführung der Produktlinie "Existenz" verzögerte und daher die Lage liquiditätstechnisch nicht zum Besten stand, entschied sich der innere Kreis sein Arbeitsessen nicht beim Maitre sondern im Atlantik abzuhalten. und wie so oft, wenn man glaubt Privilegien zu verlieren wird einem etwas viel besseres gegeben, die Fischsuppe im Atlantik schmeckte ausgezeichnet - von hervorragender Qualität waren auch der Thunfisch, die Austern, und der Tintenfisch.

Auf dem großen Flatscreen im Innenraum des atlantik wurden you tube videos mit arabischer und türkischer musik gespielt. der tiefe klang der seele drang bis vor die Tür - etwa „um kalthoum live in paris 67“ - enta omri .


" Oh Mann" sagte der Brockdorf "das ist in Tonalität und Rhythmik so wunderbar differenziert, tut das gut endlich etwas zu hören dass über unsere dur moll Tretmühle hinauskommt-"

sie saßen im freien zur potsdamerstrasse hin. um sie spanier, italiener und erstaunlicherweise zwei isralis. ein typ und eine frau. sie blond und eher skandinavisch..

























Gegenstand des Arbeitsessens, war die anstehende Aktion "die Aufgabe des Menschen".

einig waren sie sich darin, dass sie mit dieser Aktion einen Schritt über das vorangegangene hinausgehen wollten.-

in der praxis der aktion sollten daher um die aufmerksamkeit der teilnehmer auf 3 arbeiten zu lenken und sie dort zu binden diese verbrannt werden. (also die kunst)
- und damit unikate – auratische Objekte ganz der Konzentration des Augenblickes überantwortet werden .

wichtig war den Vertretern des inneren Kreises, dass sich mit der Verbrennung keinesfalls etwas kunstfeindliches, destruktives, kritisches verbinden sollte sondern es um Überhöhung, ein herausgehobenes Geschehen in der Zeit, eine Epiphanie des Augenblicks im Moment seiner intensivsten Veränderung gehen muss.

verena becker erklärte die dahinterstehende theorie , dass es um die ablöse vom medium an sich geht. um die Veränderung der Substanz hin zum Himmel, zur Erde und ins Netz hinein.

-beckers outfit - schwarze pumphose, ein heller seiden guertel, leichte flache französischen Ballerinas - verlieh ihre etwas, was man hier im inneren bezirk, direkt an der potse und neben dem getto riegel schon seid jahren nicht mehr gesehen hatte: Grazie. verena beker erstrahlte darin in einer ganz besonderen aura und einer romantischen anmut. sie versprühte die heiterkeit einer preussischen prinzessin.

Heilmann, wie immer tadellos lässig gekleidet - ergänzte in Bezug auf die aktion noch, dass wenn man diese drei Sachen nebeneinander verbrennt „ein aufbau entsteht“, der etwas von der „christlichen trinitätssache“ hat. die Substanzen der Trinität kamen dem heilmann in dem Moment allerdings nicht in den Sinn, und er brach daher seine Ausführung an der Stelle ab. - Heilmanns Kenntnisse des religiösen waren sowohl vom Kopfe als auch vom Herzen her tatsächlich bodenlos.

schließlich wurde beschlossen dass:

1. drei Künstler ausgewählt werden. - davon zwei aus berlin und einer aus einem entfernten Land (russland?, japan?)

2. drei einmalige Werke (also kein multiples, editionen usw..- sondern nur reine Träger der Aura , wie etwa Bilder, Skulpturen, meshed Ornaments) verbrannt werden

3. die Aktion an einem Ort so nahe wie möglich an der Stadt stattfinden soll, weiter soll der Ort mehrfach übercodiert sein. (etwa Schutthalde des Weltkrieges, david lynch, christliches….. )

4. die Teilnehmer der Aktion gebeten werden: mit Hilfe ihrer smartphones oder anderer mitgebrachter Aufnahmegeräte alles zu dokumentieren und weiter ohne Verzögerung die Videos auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen, (social media, eMail etc.) zu verbreiten.


Nachdem alles wie immer schnell geklärt wurde und sie mit dem essen fertig waren, kamen sie noch mal mit den Israelis in Gespräch:

der Heilmann fragte "where are you from, why are you here, what are you doing"

Die blonde antwortete: "Tel aviv - we are looking for arabian horses". nachdem der Brockdorf aber noch gar nicht kapiert hatte, dass sie aus Israel und nicht aus Skandinavien kam , verstand er "norwegian whores" dadurch blieb er völlig auf der falschen spur und kam von nun an gar nicht mehr mit.

Sie fuhr fort " with our passports we cannot go to katar or to saudi. - since germany has the best breed out of arabia we always come here - bavaria and brandenburg, have wonderfull horses. Currently I am looking out for a stallion to have my mare in israel being covered. "

"Oh how exiting" sagte verenea becker - "but I presume there is no need for physical interaction between the israreli mare and the german stallion" –

"oh no" versicherte die Israeli "its all done via artificial insemination"


Schliesslich wechselten sie das thema– “you have any idea where we can buy real estate? "

Verena Becker wusste instinktiv was zu tun war - ohne zu zögern nahm sie die Gelegenheit auf und sagte:” This is actually a very good place to invest. All the upcoming galleries will come here and this will foster the value of the whole environment. may I give you my card: the name of our agency is am schwarzen grund, we are specialized in art real estate, we supply the most precious and the best bargain you can get- don`t hesitate to contact me if you need any support."

Verena Becker zwinkerte dem heilmann zu, das hiess . - man muss auch mal neben dem kerngeschäft profits machen koennen …

Sie verabschiedeten sich höflich von den isrealis, bis zur ecke am sozialpalast gingen sie noch gemeinsam, dann trennten sich ihre wege und jeder ging zu sich nach Hause und nahm seine Aufgaben in Angriff.


Mittwoch, 13. Juni 2012

Praxisseminar I "Die Aesthetik des Widerstandes" le etat et moi et occupy














als sie auf der Museumsinsel vor dem Pergamonmuseum, angekommen waren, sagte die Puschinkowa - "hier hinein " und rollte dabei das „r“ betont russisch "hierrrr also" sagte sie " haette die occupy bewegung ihre zelte bringen sollen - warum nur okkupieren die ein Haus, das bereits ein besetztes Haus ist? verrrückt !" die Rechtsberaterin der Sammlung und Bewegung am schwarzen Grund hingegen meinte: " eine echte Besetzung hätte komplexe versammlungs- und versicherungsrechtliche Fragen aufgeworfen , das hat jetzt so auch seine Vorteile."

Verena Becker verteilte schließlich die Eintrittskarten und sagte – "Auf gehst, wir gehen da jetzt rein!"

Am fuenften Mai zweitausend und zwoelf in etwa zu der in der Einladung angekündigten zeit- sassen wir -die Teilnehmer am Praxisseminares auf den Stufen des nachgeahmten Zeus Tempels. Auf unseren Knien, eine schwarze Kartonage darauf ein weißes din a 4 blatt, in der Hand einen Bleistift mittleren Härtegrades.

Bevor wir uns an die Arbeit machten - lauschten wir Leonidas Witiko, der an dem Nachmittag erfreulicherweise von den Proben im umliegenden Theater abkömmlich war und mit seiner jungen, und freudigen Stimme die Anfangs Passagen der "Ästhetik de Widerstandes" von peter weiss vortrug.
Vor uns die Fragmente des Giganten Frieses, erleuchtet vom matten gleichmaesig streuendem Oberlicht - unter uns die Besucher, deren Schwarm , mit seiner Bewegung und mit den leisen bisweilen fast andächtig gesprochenen Worten einen gleichförmigen milden Sound erzeugte- eine heitere Gleichwahrscheinlichkeit.












Dagegen setzte sie sich das bedeutungshaltige und klar vorgetragene Signal des textes von peter weiss gut hörbar ab. 

Der Roman hat eine politische Bewegung zum Gegenstand: die an Mut, Intelligenz & Ideal für immer führende und unübertroffene deutsche Arbeiterbewegung. Im Roman trafen sich 3 ihrer Mitglieder - im september 1937 – also zum Zeitpunkt ihrer äußersten Vereinzelung und Bedrängung - an eben dieser Stelle. Ihr Ziel ist es, aus den ästhetischen Signalen des musealen Raumes Anweisung, Material und Hoffnung für die Weiterarbeit zu schöpfen und durch die Bezugnahme auf den großen Rahmen der Kunst (Geschichte, Mythos und Theorie) der Verzweiflung des Augenblickes zu entgehen.

für uns als Kunst Bewegung war es schwer das gesprochene mit der heutigen Gegenwart und mit dem unmittelbar vor uns liegenden zu verbinden und damit das erlebte, vorgestellte und mögliche in einem kohärenten mentalen Modell zu ordnen.

Anstelle, die an sich bereits hoch fragmentierte Reizumgebung zu strukturieren und zu reduzieren, verstärkte die Lesung noch das rauschen. das undeutliche, ruinöse und offene nahm zu und löste einen sog aus, der uns, weil er Folge der Loslösung vom sinngemäßen war eben ganz direkt, gleichsam unschuldig, und naiv erfassen konnte- - bis es sich auf einmal noch weiter verdichtete - dann still wurde und sich schließlich für einen Augenblick die totale offenbarte. wir, die wir als reine kunstbewegung hier waren und von uns nicht mehr als das abverlangten was der Rausch der Gegenwart der Kunst selbst ist, wir fanden es enorm was da ablief und natürlich auch, wie wir das alles in dem Moment gemeinsam teilten und wie es uns verband.

























so sind wir dagesessen mit dem Bleistift in der Hand - gefangen und benommen - im raum - und in der Zeit und haben versucht einen strich aufs Papier zu bringen. Dies ist allen zuerst schwer gefallen, denn niemand hatte Erfahrung damit. Was sollte man zeichnen, den Fries? die eigenen Gedanken? die anderen Mitglieder? die Besucher? wie sollte man einen Anfang finden? sollten sie sich an die totale halten oder am Detail beginnen?

die beiden anwesenden kuenstler waren keine hilfe. durch ihre tägliche Arbeit und durch ihre Ausbildung waren sie nicht darauf ausgerichtet dem kollektiv zu helfen, sondern im Gegenteil das individuelle und die Differenz zu stärken und zu schärfen. Sie hatten keinen antrieb und keine Befähigung zur Hilfe und zum Rat geben.

Joulia Strouss sagte : „entscheidet selbst wie eigenartig falsch ihr zeichnen können wollt“














Dennis Rudolph: „jeder muss seinen weg selbst finden, und am Ende landen alle im nichts“. –

und obwohl für die Frage der konkreten Bildgestaltung die beiden anwesenden Künstler ohne praktischen Nutzen waren – oder vielleicht gerade deshalb - ist es uns als Teilnehmern des Praxisseminares gelungen innerhalb einer Stunde ganz easy etwas aufs Papier zu bringen. wie immer wenn etwas fertig gebracht wird waren wir alle euphorisch. im Grunde konnte es jeder – und so haben wir uns am Ende die Zeichnungen gegenseitig vorgestellt. Alle haben alles gelobt und fuer toll befunden - negatives gab es gar nicht zu sagen, weil in dem Moment auch alles richtig, großartig und voller Leben war.












Brockdorf sammelte die Blätter ein und erklärte sie zum Sammlungseigentum. der Germanist Manuel Brentano führte die video dokumentation durch.


später sind die meisten noch rüber in die kunstwerke zur occupy bewegung gegangen.
dort saßen wir im wunderschönen Kunstwerk von Dan Graham. In den zu einander gewinkelten spiegeln konnten wir uns dann als gruppe selbst sehen - die tollen outfits - jeder individuell viel vintage – rodier, moschino, givenchay, frühe paul smith anzüge, dolce gabana, aber andere auch ganz anderes, etwa 50s sophsticated , lockere smarte streetware und business irony.















alle waren total froh und happy. aber das innehalten währte nicht lange. zu voll waren wir an ideen und tatendrang. so sprachen wir darüber die Bewegung ins Freie zu tragen. verena becker sagte wir muessen Prozessionen machen, öl bilder in den regen stellen und zerlaufen lassen, auf den Teufelsberg steigen und einen Brand entzünden der Heilmann rief zu den panzerhallen, die puschkinowa sagte - ueber brandenburg soll ein atom pilz kommen .

Dienstag, 1. Mai 2012

arbeitsessen 5




















"…..angesichts der Situation" - sagte zu Beginn des Arbeitsessens, die aus der Mitte kommende Puschkinowa - "ist keine Zeit zu verlieren". Die puschkinowa forderte:


"IMMEDIATE ACTION"


Verena Becker begann daher noch vor dem Hauptgang, ein Konzept zu erarbeiten.
Diesmal trug der Maitre ein Tartar auf, geformt wie das Herz des Menschen. Der Maitre erinnerte den inneren Kries daran, dass er als junger Koch 1971 - er war damals 19 - es für Brigitte Bardot genauso angerichtet und gewuerzt hatte und - dass dieses Tartar der Bardot so wichtig geworden war, dass sie ihn bis in die frühen 80er hinein regelmäßig engagierte - einmal lies sie ihn sogar nach Port au Prince auf Haiti einfliegen - damit er ihr genau dieses Gericht zubereite!

leider schmeckte das Tartar weder der Puschkinowa noch Verena Becker.
 Heilmann und Brockdorf aßen daher doppelte Portionen, um dem Maitre gegenüber keine Verlegenheiten aufkommen zu lassen. noch vor dem Dessert wurde beschlossen dass:

1. die sammlung und bewegung eine aktionsveranstaltung durchfuehrt,
2. in dieser Veranstaltung der Gigantenfries im Pergamonmuseum 60 Minuten lang von den Mitgliedern und Freunden der sammlung und bewegung abgezeichnet wird,
3. zwei Künstler, die mit dem Geist und der Technik der Griechen vertraut sind (Strouss ? , Rudolph?) diese Veranstaltung begleiten und den Teilnehmern zur Hand gehen,
4. die ersten Seiten aus Peter Weiss "die Aesthetik des Widerstandes" vorgelesen werden,
5. entsprechend die Veranstaltung unter dem Motto: "Praxisseminar: Die Ästhetik des Widerstandes" stattfindet,

Voller Aufgaben und Taten drang sind alle schnell nach Hause gegangen und haben sich an die Arbeit gesetzt. - nicht einmal der maitre kam mit seinem sonst üblichen gezwinkere an.

Sonntag, 29. April 2012

Aktion I "Das Joch des Menschen"



Gegen 23.00 am Donnerstagabend, nachdem in der Schnapsbrennerei Leydicke die erste seance der sammlung & bewegung am schwarzen grund zum thema „das Joch des Menschen“ stattgefunden hatte brachen der innere Kreis und als Ehrengäste die Religionswissenschaftlerin und Kuratorin Carla Hagen und der japanische Maler Tsunetomi Aida zum Abendessen auf. Der Himmel über Berlin war nebelverhangen und die Sterne genauso wenig zu erkennen wie die Züge der Hochbahn.

Ohne eine Anmeldung oder eine Ankündigung, schienen der Maitre und Charlotte Corday auf die Ankunft der Bewegung gewartet zu haben. Sie standen in der Türe des völlig leeren Restaurants und reichten den Ankömmlingen die Hand. Heilmann wählte den Stammplatz und verteilte die Gäste, in dem er einem gewissen Kalkül folgte. Schließlich ergab sich ein Muster der Sitzordnung, bei dem er – also Heilmann selbst- am besten Platz zu sitzen kam und von da aus den Überblick über Tisch und Eingangstüre hatte. Letzteres war im Grunde nicht nötig, denn der Maite erklärte das Lokal zum exklusiven Refugium des schwarzen grundes und verschloss die Eingangstüre. Mit weiteren gästen war also an dem Abend nicht zu rechnen. Heilmann trug wie immer einen exzellenten schwarzen Anzug, ein Schnitt der italienisch und britisch zugeleich wirkte. Sein tiefliegender Scheitel und die dunkle Brille gaben ihm etwas transzendent Cooles. Ein Outfit zeitlos, zukünftig, status indifferent : Werber , Kuenstler, Dandy, Sammler.

Charlotte Corday war wohlbehalten von der Pflege Ihrer kranken Eltern aus Frankreich zurückgekehrt und erschien im strengen schwarzen Kleid.




















Nach der sogenannten Lecture Performance bedurften Heilmann und Brockdorf dringend der Geborgenheit und Erholung die ihnen der Schutzraumes des Maitres bot. Heilmann, der sehr unter der Grobheit und Brutalität des Publikums an sich gelitten hat (also nicht etwa des spezifischen Publikums des Abends, das ja in großer Anzahl gekommen war, und nun gar nicht grob sondern im Gegenteil, freundlich, aufnahmebereit und aufmerksam war ) aber eben des Publikums an sich, das aufgrund von den Erwartungen, Hoffnungen, Wuenschen die es hat, notwendigerweise von der Wirklichkeit ewta der seance enttäuscht werden muss. - Heilmann bezweifelte daher den ganzen Abend. Er sagte: welchen Sinn soll das gehabt haben.




Brockdorf  saß mit verschränkten Armen und stierem leeren Blick stumpf vor der suppe . Ihm gingen noch die Bilder durch den Kopf: Rudolphs hinreißendes portrait einer Frau, ekstatisch , schmerzhaft verzerrt, im akt der hinwendung wie er dann auftritt wenn wir endlich zu extension der maschine geworden sein werden und uns damit am ende komplett verlieren- eine diffusion im nucleus accumbens.





















darüber die Arbeit von Motada, die so gestochen scharf gearbeitet war, dass sie viele als schwarz weiss fotografie missverstanden hatten und daneben die hypnotischen kreise von Eno Henze , Ornamente von solcher Allgemeingültigkeit, dass sie sich bald ueberall wieder fanden. Carla Hagen etwa entdeckte sie in der Photographie der brigitte bardeo die ueber dem stammplatz hing. Aber jeder reifen war am ende auch rund, so rund wie die kreise der sonne oder die dornenkrone von jesus christus.






















Der aufgetragene Hauptgang schmeckte - nach der Zeit der Abstinenz, die seit dem letzten besuch dazwischenlag ganz hervorragend. zart und füllig zu gleich.

Es war allen noch gar nicht klar was eigentlich abgelaufen ist –gegen die fulminante art von Maggie Yeong waren Heilmann und Brockdorf nicht angekommen. Der am Anfang so überdeutliche und klare Focus auf die Auseinandersetzung mit Kybernetik und Transhumanismus - die texte von kurzweil, ovid, dante, matthäus, josph conrad etc. die zwischen den Optionen: Wissenschaft, Kunst , religion vermitteln sollten waren von Maggie Yeong – deren Mut zur Selbstaufgabe sich nicht zuletzt darin gezeigt hatte, dass sie gar nicht persönlich sondern in Vertretung erschienen war, total in Frage gestellt worden. Die männlichen kopfgeburten sind durch die interventionen ihres mediums ins wanken und taumeln geraten, so dass am ende eher etwas rueberkam was erdig, hipieesk – und so in richtung schamanismus, matriachat, wilhelm reich, muehl kommune - gruppensex ging. Also eigentlich etwas das nicht beabsichtigt war. Dennoch, das Hauptproblem war , dass sich an dem Abend für die meisten eigentlich gar nichts wirkliches vermittelt hatte. Letztlich musste man sich eingestehen dass vieles unzugänglich, vage und in der tieferen dimension einfach schmarrig geblieben war.

Weil sich die Bewegung an dieser Reflexion verlor und drohte in den Modus des zweifels und der verzweifelung abzudriften übernahm Verena becker mit sanfter hand die revision und evaluation und steuerte das feedback in eine erreichbare Richtung. Das war sehr gut. Anstelle des grundsätzlichen konnte man sich wieder auf das machbare einlassen.

Verena becker fasste folgendes zusammen:

1. Stärkere Betonung des musikalischen (also mehr singen , weniger sprechen)
2. email Verteiler verbessern. Das nächste mal alle Adressen aufschreiben
3. keine Magazine mehr verschenken,
4. Das Ganze noch weiter treiben,
5. Die nächste Veranstaltung soll unter dem Motto „die Aufgabe des Menschen“ an einem anderen Ort stattfinden.

Neben ihrem herausragenden ästhetischen Blick, der durch die gesamte Vorbereitung der seance noch klarer und hellsichtiger wurde war Verena Beckers wissenschaftliche Leitung letztlich auch ausschlaggebend dafür, dass die durch den langen Aufenthalt der tragenden Mitglieder der Bewegung in den inneren Bezirken (Stichwort berlin Autismus) entstandene Ignoranz und die durch die Flügel/Hahnenkämpfe hervorgerufenen zentripetalen Kräfte schließlich gebündelt und in Handlung umgesetzt werden konnten. Verena Becker erwies sich als durchsetzungsstark, umsetzungsorientiert und vor allem strategisch klar.
Die Sammlungsmitglieder konnte vor allem durch die theoriebildende Arbeit von verena becker auf ein klares ästhetisches Leitbild zurückgreifen, dass neben der wahrheitswertsfähigkeit auch eine ausreichende konkrete und emotionale Ausgestaltung aufwies und daher in Momenten der Schwäche und des Abgrundes eine echte Hilfe bot.
Das Vintage Kleid, das Verena Becker an dem Abend trug entstammte einer der letzten Kollektionen der untergegangenen Sowjetunion. Becker verströmte darin einen hoffnungsvollen Retro chic. Laessig und sophisticated zugleich.

Carla Hagen, die gerade aus Moskau zurückkam, erzählte dann noch, wie es dort im Vorwahlkampf zu ging, die ganze Doppelbödigkeit des politischen Systems, der gebrauch modernster Psychotechniken, wie NLP, der lektüre von Derrida, Lyotard, Lacan, die dort als Rechtfertigung und Theorie Plattformen von putins idee der souveränen demokratie dienen sollten .
Carla Hagen – die übrigens tatsächlich eine entfernte Verwandte von Carl Gustav Jung ist, - berichtete, dass Sarkow der spindoctor von putin auf sie zu getreten sei und sie darum gebeten habe die Wahlkampf Strategie einmal unter dem Blickwinkel der jungschen Archetypen zu analysieren. Carla hat das natürlich abgelehnt. „ Man muss eben eine linie ziehen“ sagte sie auch wenn sie dann noch meinte, „die souveräne Demokratie hat, wie jedes übel auch etwas Gutes für die Kunst.“ Über das berlintypische Problem des mangelnden Publikums musste man sich laut Carla in Russland auf alle Fälle keine Gedanken machen. Die Gäste werden einfach in Bussen herangeschafft. Am eröffnungsabend, der von ihr in der Nähe von Sankt Petersburg kuratierten Ausstellung Berliner Künstler, wurden volle fünf Busse und damit mindestens 250 Besucher abgesichert.

Auf die von Brockdorf an sie gerichtete Frage wie denn nun die seance gewesen war? was man hätte anders/ besser / schöner machen koennen, lächelte sie nur und bewahrte ihre strikte Neutralität und Autorität. Sie meinte es ist eine Bewegung entstanden, und weiter sagte sie, dass vom Namen „am schwarzen Grund“ eine echte sexyness ausgeht – und wie sie das sagte war es wunderschön, vor allem weil sie „sexyness“ ja nicht im biologischen „sexuellen“ sinn verwendete sondern es mit der Coolnes eines Börsenmaklers gebrauchte, der den Wert eines Investments taxiert.
sie meinte dann noch- wenn uns etwas fehlt dann nicht weil etwas nicht da ist, sondern weil wir es uns nicht nehmen.
Carla Hagen versicherte dem inneren Kries, dass sie fuer Performances jederzeit zur Verfügung steht und die unterstützung geben wird die ihr möglich ist.

Zwischendrin sprach der japanische Künstler aida tsunetomi immer wieder von vielen Dingen, leider konnte ihn niemand verstehen.

Der Maitre zwinkerte dem brockdorf zum Abschied zu. Am Ende sind alle nach Hause, jeder zu sich.

Der dichte nebel hatte nachgelassen und an dem eisernen Träger der eisenbahnbrucke stand ein frisches Graffiti:

„Nur die blueten die verwelken tragen fruechte.“

Sonntag, 12. Februar 2012

arbeitsessen 3 / treffen mit maggie yeong / programmiertes denken














Das dritte arbeitsessen diente dazu maggie yeong auf die seance vorzubereiten. das ging ganz schnell, weil maggie yeong sofort begriff um was es ging, alle waren uebergluecklich, dass sie gekommen war.

Sie war so extrem gut vorbereitet und so voll an gedanken, ideen, fragen und einfällen, dass es ein reiner genuss war ihr zuzuhören. verena becker meinte nur: es gibt eben menschen die sind wie ein brunnen, sie sprudeln vor frische.

toll war , dass maggie mit dem thema „ joch“ wirklich etwas anfangen konnte. Auf seiten des aktionskomitees herrschte eine gewisse uneinigkeit darüber vor wer das thema aufgebracht hattte. Verena becker leugnete wiederholt dass sie hier ideengeberin und impulsgeberin war. wie auch immer –

die tatsache, dass maggie yeong zeit fand, war ein echtes geschenk - wussten doch alle wie sehr sich maggie eigentlich um anderes kümmern sollte und musste. maggie yeong hatte nämlich ein totales opus magnus am laufen, in dem projekt ging es darum, dass sie durch eine art von pop epos, die ganze bisherige interpretation von heideggers spätwerk neu ausrichten wollte. Ein projekt, das voellig außerhalb und fernab der akademischen zirkel SEINEN AUSKANGSPUNKT FINDEN sollte und daher primär die breite masse ins visier nahm, entsprechend musste alles spannend, chorisch, mitreissend und simpel sein. maggie sagte ihr schwebt so was wie black mirror, mad man, rammstein vor. ... mit der aus dieser massenwirkung heraus resultierenden zweiten resonanz welle, zielte maggie dann aber doch AUF DIE KOEPFE DER WENIGEN der letzten und einzigen, der eliten & emmigranten die sich in die bergeinsamkeit gefluechtet haben.

Um dieses gigantische projekt überhaupt auf den weg zu bringen, programmierte maggie gerade mit hilfe ihres bruders an einer kuenstlichen story grammer also an einem algorithmus, der in der lage war automatische philiosophische bezüge herzustellen und sie über cliff hanger zu verbinden. maggies bruder war einer dieser echt heftigen hacker, als pirat gerade dabei das ruder der macht zu ergreifen... Fuer ihn war diese sache mit dem automatischen philosophieren freilich nur eine fingeruebung. „nichts ist easier als einen philosphischen gedanken maschinell zu erzeugen“ sagte maggies bruder. er war sogar der meinung, dass mit hilfe von diesem algorithmus die gedanken eines denkers über dessen natürliches ableben hinaus nachgezeichnet/entwickelt werden koennen. Damit eröffnen sich ganz neue horizonte für forschungsprogramme, die in ihrer qualität weit ueber das hinausgehen was uns heute als sogenanntes geisteswissenschaftliches arbeiten geläufig ist. uns wurde richtig schwindlig als maggie das alles so ganz beiläufig mit ihrer soften art erwähnte.

sie kam auch viel weiter rum als der innere kreis - auf gewisse weise ist der innere kreis des schwarzen grundes in seinem selbstgewählten kloster bezirk, also in dem karre zwischen den gleisen. mit dem bethanien im osten un dem gasometer im westen , irgendwo auch aufs ausserste eingeschränkt und gestrandet. im schlagschatten der trisitesse. .

für maggie sind staedte wie muenchen, stuttgart oder paris alltag, von daher war das speisen angebot des maitres fuer maggie auch nichts besonderes. im gegenteil, sie erwähnte dass sie mit einem regisseur einmal sechs wochen lang jeden tag beste pariser Cousine essen musste. Dass sie dennoch das menu mit uns teilte zeugte von ihrer totalen sympathie uns und der idee gegenüber.

weil charlotte corday kurzfristig zu ihren kranken eltern musste, bediente uns heute der maitre in seinem schwarzen frack persönlich,

weil aber alle durch den gedankenaustausch absorbiert waren hat eigentlich niemand viel vom essen mit bekommen. Verena becker meinte später es hätte lamm gegeben, schuhmann beklagte schließlich die suppe, aber weniger aufgrund des geschmackes sondern weil sie an dem abend ohne zeichen aufgetragen wurde.
nachdem maggie ein wenig über die üblich gestrigen branchen wie werbung, film , theater gelästert hatte, begann sie bereits vor dem dessert wieder voll einzusteigen und entwickelte mit dem schwarzen grund einen gemeinsamen businessplan für ein kunstprodukt als erwerbsquelle der sammlung & bewegung.

um langfristig die liquidität der bewegung sicherzustellen wurde beschlossen dass ohne Verzögerung:


1. Ein massen kompatibles produkt entwickelt wird.
2. nach einer geeigneten substanz soniert wird .- etwa eine mischung aus koffein & taurin
3. Als Name des produktes „EXISTENZ“ gewählt wird.
4. Dafür ein logo entwickelt wird:
5. eine umfassende markenstrategie für dieses produkt ausgearbeitet wird.
6. Der claim ÜBER DICH HINAUS lautet.
7. Das produkt für 2 euro auf allen Veranstaltungen des schwarzen grundes, im kunstkontext, im clubbereich, bei berliner start ups etc vertrieben wird.
8. Etc.


So ist es ein großartiger produktiver abend geworden. der maitre zwinkerte dem brockdorf erneut mit dem rechten auge zu. Diesmal machte er sich aber keinerlei gedanken - es war ihm voellig egal, schließlich gab es doch so viele wichtigere dinge zu tun.